Konzept

 


Um ein Musikinstrument spielen zu können, muss man sich gewisse technische Fertigkeiten aneignen. Notenlesen, Atemtechnik, Ansatz oder Handhaltung sind nur einige Beispiele dafür. Doch jeder von uns weiß, dass Musik weit mehr ist als nur eine erlernte Technik. Wie wirkt Musik auf uns, welche Magie scheint sie auf uns auszuüben? Sie berührt unser Innerstes, wir erwecken sie ins Leben mittels unserer Empfindungen und Emotionen. Musik ist im Leben vielseitig einsetzbar, wir können ihr zuhören und Freude empfinden, sie therapeutisch einsetzen, sie als Stimmungsmacher an Abenden mit Freunden genießen, als Trost- und Kraftquelle suchen, Tanzen, aber auch einfach Freude am Musizieren empfinden.

Solche Kraftquellen wie Musik sind in einer immer mehr zur Leistung hin orientierten Gesellschaft besonders für Kinder und Jugendliche sehr wichtig. Selbst schöpferisch zu werden lässt sie in eine andere Welt eintauchen als die ihnen Gewohnte. Was sie dabei entdecken ist ihre ganz eigene, einzigartige Sprache. Das Erleben von Musik hilft ihnen, Abstand zu finden zu dem was sie im Alltag beschäftigt oder bedrückt. Sie sind stolz wenn sie ein Ziel erreicht haben, wenn ein Stück, eine Aufführung nach einer langen Phase der Erarbeitung gelingt. Die Klänge und Melodien führen sie im schöpferischen Prozess auf eine andere Ebene in der andere Prinzipien gelten, andere Regeln als in der ihnen gewohnten Welt. Es ist eine Welt der Kreativität, im Kollektiv als Team, im Einzelnen als alleinige Interpreten. Wann immer wir nach einem Instrument greifen, uns in die Musik vertiefen, zu ihrem Rhythmus tanzen oder Ihr zuhören, begegnen wir uns auch selbst.

Doch nicht nur um ihre Bedürfnisse und Talente zu fördern, sie zu ermuntern, individuelle Wege zu finden, sie zu motivieren, ihre eigene interpretatorische Sprache zu entwickeln, sie nach gelungener Aufführung mit Selbstwertgefühl und Freude zu erfüllen, ist es für Kinder und Jugendliche wertvoll, zu musizieren. Gerade als Hilfe in schwierigen Lebensphasen wirkt Musik wie ein Ventil um Traurigkeit zu verarbeiten. Sie können durch ihr Instrument ihre negativen Gefühle zum Ausdruck bringen und somit besser verarbeiten. Wenn Kinder nach einem Streit mit ihrer Freundin, als Ausgleich zum Druck der Schule, bei familiären Problemen zum Instrument greifen und ihren Emotionen im Spiel freien Lauf lassen, hat Musik eines ihrer wichtigsten Ziele erreicht.

Bei den Kindermusicals wirken oft an die fünfzig Kinder und mehr mit. Obwohl der musikalische Part dominiert, werden während der Proben viele andere Entwicklungen angesprochen und gefördert. Während es für manche Kinder z. B. kein Problem ist, vor Publikum zu spielen, wachsen andere erst während des Arbeitens in Ihre Rolle hinein. Die Proben nach der Schule sind oft mühsam, Teamgeist entsteht, man lernt, sich zu integrieren, auf den/ die Anderen zu hören, man erkennt dass man ein wichtiger Teil des Ganzen ist.

Die Kinder lernen, mit ihrem Lampenfieber umzugehen, Unsicherheit und Scheu weichen im Laufe der Arbeit zu Gunsten von Mut und Selbstvertrauen. Freundschaften entstehen, die „Großen“ helfen den „Kleinen“ .Stolpert einer mal über seinen Text springt jemand anderes ein oder flüstert den Text zu. Ein arbeitsreicher Weg bis zum Tag der Aufführung bei dem sie stolz und glücklich, oft ein wenig überrascht den Applaus nach der Vorstellung entgegennehmen.

Die beiden Musicals und das Oratorium folgen einem und dem gleichen Konzept. Erwachsene und Lehrer können mitspielen, geschrieben sind die Werke aber für Kinder- bzw. Jugendorchester, Chor und Solisten. Eine große Zahl Mitwirkende wird integriert, möglichst alle, die gerne mitmachen wollen, daher wirken viele unterschiedliche Instrumente mit. Die Kompositionen versuchen, ein breites Spektrum unterschiedlicher Musikrichtungen in den Werken zu vereinen, um den Kindern schon früh verschiedene musikalische Genres nahe zu legen. So folgt beispielsweise ein im klassischen Liedstil komponiertes Stück einem vorher gesungenem Blues, ein symphonisch aufgebautes Orchesterstück wechselt zu Kompositionen mit e-Gitarren, Schlagzeug und Rap-Gesang. Die Partituren der musicals entsprechen der Musik der CDs.

Courage, Selbstvertrauen, Mut und Kreativität, entdecken, was in ihnen steckt, ihre Ängste zu überwinden, sich angenommen und als einen Teil des Gesamten zu fühlen, die Vielfalt unterschiedlicher Instrumentenklänge zu erleben, Anerkennung und Lob für eine mit Geduld aber doch auch mit Spaß und Freude erlangten Arbeit zu bekommen, das sind Erfahrungen die unsere Kinder stärken und einen Beitrag dazu leisten, sie zu eigenständigen Persönlichkeiten reifen zu lassen. Wer dies in der Kindheit lernen durfte, hat nicht nur erlebt, wie Musik wirkt, sondern auch noch ein gutes Rüstzeug gesammelt für so manche Herausforderung in seinem späteren Leben.

Anmerkung: Für eine „kleine“ Theteraufführung ohne Orchester (zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule) gibt es im shop die Möglichkeit, die Musik als playback zu erwerben und dazu den Text der Geschichte. Bei „Tim und Eddi, Geschichte einer Freundschaft“ kann man die Lieder im Klavierbuch zu einer einfach gesetzten Klavierbegleitung singen.

Für die „große“ Theateraufführung mit Kinder-/Jugendorchester gibt es im shop alle Stücke als PDF Dateien zu kaufen.